Asse-Laugen kommen wieder in Höf er an
Belastung unterhalb des Trinkwasser-Grenzwertes
Nach mehrmonatigem Transportstopp sind gestern unmittelbar nach Erteilung einer neuen Genehmigung wieder Laugen aus dem Bergwerk Asse in das stillgelegte Bergwerk Mariaglück in Höfer eingeleitet worden. Der Arbeitskreis Höfer zog erneut Proben von den Salzwässern.
Von Joachim Gries
HÖFER. Es kommt wieder Salzlauge aus dem Bergwerk Asse zur Verfüllung in das ehemalige Bergwerk Mariaglück in Höfer. Gestern Vormittag rollten drei Tanklastzüge auf das Gelände, gestern Nachmittag weitere zwei, nachdem am Morgen das Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Hannover der K+S Aktiengesellschaft die Genehmigung zur erneuten Laugen-Einleitung erteilt hatte.
Künftig wird das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) als neuer Betreiber dos Atommüll-Endlagers Asse vor der Abgabe der Lauge eine umfangreiche Untersuchung auf Radioaktivität vornehmen. In Höfer zieht K+S bei der Anlieferung ebenfalls Proben. Bisher wurden nur bei der Asse Proben gezogen.
K+S darf künftig auch Laugen aus dem hessischen Bergwerk Neuhof-Ellers zur Flutung des Bergwerks in Höfer verwenden. Eine Kopie des Sonderbetriebsplans wurde gestern Wolfgang Vogt vom Arbeitskreis Höfer übergeben.
Seit 2005 wird Mariaglück geflutet.
Bei den Tanklastzügen, die gestern Nachmittag den Einleitungsstutzen bei Mariaglück ansteuerten, nahm der Arbeitskreis Höfer erneut Proben. Sie sollen beim Fresenius-Institut auf Radioaktivität untersucht werden. Nach Untersuchungen des TÜV Nord weisen die Asse-Laugen eine Tritium-Belastung von 40 Becquerel pro Liter auf. Bei Trinkwasser sind bis zu 100 Becquerel pro Liter erlaubt. Der Grenzwert bei Laugen zur Verfüllung liegt nach Angaben von Rainer Seibach, Leiter der Verwahrung bei K+S, bei 140000 Becquerel.
Aus Angst vor möglichen Protestaktionen gegen die neuen Laugenlieferungen zeigte gestern die Celler Polizei mit mehreren Fahrzeugen auf dem Mariaglück-Gelände Präsenz.