|
|
Salzlösung aus Asse wird wieder abtransportiert
jog Eschede.
Die Transporte von Salzlaugen aus dem Atommüll-Versuchsendlager Asse II sollen wieder aufgenommen werden. Das hat Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), gestern in Eschede bekannt gegeben.
Bis Juni 2008 waren Salzlösungen, die von außen in die Asse II eintreten, in stillgelegte Salzbergwerke nach Höfer (Landkreis Celle), Hope südlich von Schwarmstedt und Salzdetfurth gebracht worden. Seitdem sind die Transporte eingestellt, und die Zutrittswässer werden in Containern auf dem Asse-II-Gelände gesammelt.
?Am 15. Januar sind diese Container restlos gefüllt. Wir brauchen bis Ende des Monats den Abtransport?, sagte König. Aus Sicht des BfS kommt für die künftige Lagerung nur die Grube Mariaglück in Höfer infrage, deren Betreiber die Kali und Salz AG ist.
?Wir sind bereit, die täglich anfallenden Zutrittswässer von rund zehn Kubikmeter aus Asse in Mariaglück aufzunehmen, wenn von unabhängiger Seite bestätigt wird, dass diese Stoffe unbedenklich sind?, erklärte Ulrich Göbel, Sprecher von Kali und Salz. Laut BfS liegt der Freigabewert bei 140000 Bequerel pro Liter (bq/l). Die ermittelte radioaktive Belastung macht dagegen nur 200 Bequerel pro Liter aus, sie soll auf 40 bq/l gesenkt werden.
Neben den umweltrechtlichen Rahmenbedingungen muss laut Göbel auch die Akzeptanz der Bevölkerung in Höfer vorhanden sein, bevor Kali und Salz seine Zustimmung zur Lagerung gebe. "Das wird sicherlich das größere Problem sein."
Auch Michael Cruse, Bürgermeister in Höfer, sieht in der Skepsis der Bevölkerung das Hauptproblem. Er fordert eine Garantie, dass die Zutrittswässer niemals aus der Grube Mariaglück austreten und das Grundwasser belasten können. Reinhard Rohde, Sprecher des Forums gegen Atomenergie Celle, lehnt die Transporte nicht grundsätzlich ab. "Die Salzlösungen müssen aus der Asse raus, sonst säuft sie ab. Aber es wurde bisher aus unserer Sicht nicht geprüft, ob es Alternativen zu Höfer gibt."
Rohde fordert zudem die Klärung, ob es in Höfer seit dem Zweiten Weltkrieg Altlasten gibt, die möglicherweise bei Reaktion mit den Zutrittswässern zur Gefahr werden könnten. Ferner verlangt er unangemeldete Messungen durch unabhängige Experten von Greenpeace.
"Es gab in der Vergangenheit massive Fehler in der Informationspolitik. Die Region wurde nicht ausreichend informiert, das wollen wir ändern", versprach König. Er räumte zugleich ein, es gebe derzeit keinen Plan B für den Fall, dass bis Ende Januar nicht mit dem Abtransport der Zutrittswässer nach Höfer begonnen werden kann. "Die Verweildauer der Salzlösungen unter Tage in der Asse muss so kurz wie möglich sein und auf dem Gelände der Asse gibt es kaum noch Platz."
Diesen Artikel finden Sie unter: http://www.neue-oz.de/information/noz_print/nordwest/21405440.html
Ressort / Ausgabe: Nordwest
Veröffentlicht am: 08.01.2009
|