Asse-Lauge soll wieder nach Höfer transportiert werden
Bundesamt für Strahlenschutz: Aufnahme der Transporte ab Ende Januar denkbar / Asse-Speicherbecken "randvoll"

HÖFER (ef/dpa). Einen schweren Stand hatten die Vertreter des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) während der gestrigen Informationsveranstaltung in Höfer. Im Sport- und Schützenheim stellten sie sich den Fragen der Bürger hinsichtlich der Transporte von Salzlauge aus dem umstrittenen Atommülllager Asse in den Schacht Mariaglück in Höfer (Ausführliche Berichterstattung in der CZ-Freitagsausgabe).
Bereits im Vorfeld der Veranstaltung hatte BfS-Präsident Wolfram König im Rahmen einer Pressekonferenz die Haltung seines Amtes zur baldigen Wiederaufnahme von Salzlauge-Transporten aus der Asse nach Höfer dargelegt. ?Ab Ende des Monats könnten die Transporte wieder laufen", sagte König. Zum Wegschaffen der Lauge in den Schacht Mariaglück gebe es keine Alternative, da die Speicherbecken der Asse bei Wolfenbüt-tel bis zum 15. Januar "randvoll" seien. "Die Situation, wie sie ist, ist nicht mehr haltbar", sagte König. Allerdings müsste die Salzlösung vom Mariaglück-Eigentümer Kali und Salz AG abgenommen werden. Für den Fall, dass dies nicht geschehe, gebe es beim neuen Asse-Betreiber BfS keinen ?Plan B", räumte König ein. "Ich arbeite daran, dass es funktioniert", sagte er.
Nach zahlreichen Pannen unter dem alten Betreiber der Asse, dem Helmholtz Zentrum München, war der Transport im Sommer 2008 unterbrochen worden. Das BfS ist seit Jahresbeginn neuer Asse-Betreiber. Die gelagerte Lauge sei jedoch ungefährlich. Es handelt sich dabei um zwölf Kubikmeter Wasser, die täglich in das alte Salzbergwerk sickern, in dem insgesamt 125000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen lagern.
Durch ein neues Verfahren soll das Abpumpen der Lauge nun sicherer gemacht werden. Das Wasser wird nach BfS-Angaben aufgefangen, bevor es mit bereits radioaktiv kontaminierter Lauge in Berührung kommen kann. Wie schnell ein Schließungskonzept für die umstrittene Asse vorgelegt werden kann, ist allerdings weiterhin unklar.