zurück
Laugenlieferung nach Höfer: Atomforum gegen Wiederaufnahme /SPD-Landtagsabgeordneter fordert Entsorgungskonzept für Asse und Mariaglück / Mittwoch Infoveranstaltung im Sportheim in Höfer

HÖFER (th). Keinen leichten Stand dürften die Vertreter des Bundesamtes für Strahlenschutz als neuer Betreiber der Asse am Mittwoch, 7. Januar, 19.30 Uhr bei der Informationsveranstaltung im Sport- und Schützenheim Höfer haben. Das Celler Atomforum hat schon mal Widerstand gegen die Wiederaufnahme von Transporten nach Höfer angekündigt. ?Bevor nicht alle noch offenen Fragen plausibel geklärt sind, wenden wir uns entschieden gegen die Wiederaufnahme von Laugentransporten aus der Asse nach Höfer" heißt es in einer Mitteilung.
Insbesondere ärgert sich die Initiative darüber, dass niemand die Verantwortung für den Umgang in der Vergangenheit übernimmt. "Wir sind der Auffassung, dass bei der bisherigen Verbringung von Asse-Laugen nach Höfer eindeutig gegen die Strahlenschutzverordnung verstoßen wurde. Aber scheinbar hat das nicht einmal ein Ordnungswidrigkeits-Verfahren zur Folge", so das Atomforum.
Die Bürgerinitiative sieht auch die Celler Kreisverwaltung in der Pflicht. "Anfang August war zu hören, man habe keine Kenntnis von weiteren Schadstoffeinlagerungen in Mariaglück. Wenige Tage später wurde bekannt, dass Laugen aus der Rauchgaswäsche von Müllverbrennungsanlagen in einer Dimension von rund 100000 Kubikmeter verfüllt worden sind." Wer dies genehmigt habe und welche Schadstoffe hierbei in den Schacht eingebracht wurden, würde merkwürdigerweise überhaupt nicht thematisiert.
Der SPD-Landtagsabgeordnete Rolf Meyer sieht es positiv, dass dem niedersächsischen Umweltministerium die Zuständigkeit für das Atommülllager Asse entzogen worden war. ?Dies ist nur ein erster wichtiger Schritt bei der; Beseitigung der Gefahren von gefährlichem Atommüll. Ich erwarte vom Bundesumweltministerium, dass es künftig Nachhaltigkeit und Transparenz als Prinzipien durchsetzen wird." Entsorgungskonzepte müssten so entwickelt werden, dass von den Laugen keine Strahlung ausgehen könnte.
Unterdessen hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ein anderes Betreiberkonzept angekündigt.