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Mariaglück Höfer soll wieder Asse-Lauge aufnehmen / Bürgermeister sieht spannende Auseinandersetzungen auf Ort zukommen / Arbeitskreis bittet Politik um Unterstützung

HÖFER (jg). Salzlauge aus dem Atommüll-Endlager Asse soll wieder nach Höfer gebracht und im ehemaligen Kali- und Salzbergwerk Mariaglück entsorgt werden. Diese Pläne hat die K + S Aktiengesellschaft gestern gegenüber der CZ bestätigt. "Aus unserer Sicht spricht nichts dagegen, Asse-Lauge zu entsorgen, solange alle Sicherheitsaspekte beachtet werden und es keine Strahlenbelastung gibt", sagte K+S-Pressesprecher Jürgen Göbel in Kassel.
Nach Gesprächen seines Unternehmens mit den Umweltministerien in Berlin und Hannover sowie dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Berlin als künftigem Betreiber des Atommüll-Endlagers seien jetzt noch vertragliche Einzelheiten zu regeln. Zunächst sei aber zu klären, wie in Höfer die erforderliche Akzeptanz bei Politik und Bevölkerung erreicht werden könne. "Mariaglück ist derzeit als einziger Verbringungsort für die Asse-Lauge geplant", sagte Göbel.
Am 7. Januar soll es in Höfer erneut eine Informationsveranstaltung geben, an der Vertreter des BfS sowie der beiden Umweltministerien in Hannover und Berlin teilnehmen. Diesen Termin hatte Donnerstagabend Höfers Bürgermeister Michael Gruse im Rat der Samtgemeinde Eschede genannt. Bevor am Abend Experten der Bevölkerung Rede und Antwort stehen, sollen am Nachmittag der Arbeitskreis Höfer sowie die politischen Gremien über den Stand des Genehmigungsverfahrens informiert werden, sagte Gruse. Bei der Untersuchung der vor einem Monat im Schacht Mariaglück vom TÜV Nord im Auftrag des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie gezogenen Proben sei neben Tritium und Cäsium auch das Nuklid Cobalt 60 gefunden worden, sagte Gruse. Das habe die Experten sehr überrascht, da Cobalt 60 bei den Untersuchungen der Laugen-Rückstellproben im Bergwerk Asse nicht gefunden worden war. Bei neuen Proben aus dem Schacht Mariaglück sei Cobalt 60 nicht mehr nachgewiesen worden. Als mögliche Erklärung hätten Experten den Einbau von bei der Herstellung belastetem Stahl in Höfer vermutet. "Spannende Auseinandersetzungen werden auf uns zukommen", schätzt Cruse die jüngste Entwicklung ein.
"Sie sind in der Verpflichtung, uns zu unterstützen. Wir wollen die Lauge nicht", mit diesen Worten wandte sich Dirk Gloede-Wiegard als Sprecher des Arbeitskreises Höfer an die Mitglieder des Samtgemeinderates. Er gab bekannt, dass am heutigen Sonnabend neue Proben im Schacht gezogen würden. "Die alten Proben geben wir nicht aus der Hand. Die lassen wir zu gegebener Zeit untersuchen", sagte Gloede-Wiegard.