Probenentnahme im Schacht Asse-Lauge erhitzt Gemüter / Umweltausschuss des Kreistags stellt weitere Fragen zu Mariaglück
Anderthalb Stunden befasste sich der Umweltausschuss des Celler Kreistags mit dem Thema Asse-Lauge. Dabei ging es hitziger zu als in der Wärme untertage im Schacht Mariaglück in Höfer, wo vier Vertreter dar Bürgerinitiative gestern drei Stunden Unterwegs waren und Laugenproben zogen, die jetzt auf Radioaktivität untersucht werden sollen.
Von Joachim Gries
HÖFER. Mit einer mobilen Autoschachtwinde sind gestern vier Vertreter der Bürgerinitiative Höfer für drei Stunden in das Bergwerk Mariaglück eingefahren und haben sich vor Ort ein Bild gemacht. Im Schacht zogen Elke Epperlein, Gernot Busch, Heiko Meyer und Wolfgang Höntsch Laugenproben aus 899, 890 und 823 Metern Tiefe, die jetzt auf Radioaktivität und Schadstoffe untersucht werden sollen. "Wir haben uns noch nicht auf ein Labor festgelegt", sagte Jochen Dünnwald, der als Ratsmitglied die Verbindung zwischen Bürgerinitiative und LBEG sowie K + S hält. An gleicher Stelle nahm auch Detlef Beltz vom TüV Nord im Auftrag des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) Proben.
Ulrich Windhaus vom LBEG sagte der Bürgerinitiative weitere Unterstützung bei der Akteneinsicht in seiner Behörde zu. "Wir wollen Transparenz aufbauen, wir haben nichts verheimlichen", so Windhaus.
Der Ausschuss für Umwelt und ländlichen Raum des Celler Kreistags hatte gestern anderthalb Stunden lang über die Laugen und ihre Hinlagerung in Höfer diskutiert. LBEG-Präsident Lothar Lohff sowie Wolfgang Goldbach und Hans-Christoph Salfeld vom Niedersächsischen Umweltministerium hatten ihre Antworten auf einen Fragenkatalog erläutert, den der Celler Kreistag auf den Weg gebracht hatte. Einhelliger Tenor der Aussagen:
Mehrere Untersuchungen der Rückstellproben hätten ergeben, dass die Laugen nicht als radioaktiv bezeichnet werden könnten. Nichts spräche dagegen, sie wieder an andere Bergwerke abzugeben. Lohff stellte klar, dass Anträge für neue Transporte noch nicht gestellt seien.
"Wir sind für den Bereich nicht zuständig", sagte Kreisdezernent Gerald Höhl auf die Frage von Werner Schrader (SPD), ob der Landkreis die Transporte verhindern könne.
Einige Fragen blieben gestern offen. Gerald Sommer (Bündnis 90/Die Grünen) wollte wissen, welche Stoffe außer den Laugen in Höfer eingelagert wurden und ob sie auf mögliche chemische Interaktionen untersucht worden seien. Schrader wollte den Untersuchungszeitraum ausgedehnt wissen, nachdem Lohff von ersten Einlagerungen im Zweiten Weltkrieg bei Mariaglück gesprochen hatte.
Während Sommer K + S unterstellte, mit den Lauge-Einlagerungen schnelles Geld zu machen, warf Karl-Heinrich Langspecht (CDU) ihm vor, bei der Bürgerversammlung in Höfer die Menschen aufgewiegelt zu haben. "Wer meint, Leute verunsichern zu müssen, spielt mit deren Gefühl." Langspecht nannte es "nicht richtig", dass der Landkreis nicht über die Laugen-Lieferungen informiert worden sei.