Arbeitskreis will bei Mariaglück genau hinschauen
14 Aktive bereit zur Mitarbeit

Vorerst soll es ohne Verein gehen: 14 Einwohner aus Höfer wollen in einem Arbeitskreis ausloten, was sie gegen die Einleitung von radioaktiv kontaminierter Lauge aus Atommüllendlager Asse in Mariaglück unternehmen können. Sie lehnen weitere Einlagerungen kategorisch ab.

Von Joachim Gries

HÖFER. Die Aussage ist deutlich: 615 Einwohner aus Höfer haben mit ihrer Unterschrift bekundet, dass sie einen sofortigen Stopp aller Laugen-Einleitungen in das Bergwerk Mariaglück fordern. Gesammelt hat die Unterschriften innerhalb weniger Tage ein Arbeitskreis, der sich am Mittwochabend in Höfer konstituierte.
14 Personen wollen in dem neuen Gremium mitarbeiten, das für weitere Aktive offen ist. Eine Vereinsgründung lehnten die knapp 40 Zuhörer, die zum konstituierenden Treffen gekommen waren, vorerst ab.
Vorgeschlagen worden war ein entsprechendes Gremium bereits in der Bürgerversammlung am 22. September, in der Experten über die Lauge-Lieferungen aus der Asse nach Höfer sowie über die Zustände im Atommüll-Endlager informiert hatten. In der jüngsten Sitzung hatte der Gemeinderat Höfer die Bildung eines Bürgergremiums gebilligt, zehn Personen hatten daraufhin ihre Mitarbeit zugesagt. Sie hatten in den vergangenen Tagen die Unterschriften gesammelt. Und dabei auch festgestellt, dass der Informationsstand über das tatsächliche Geschehen im Schacht ziemlich mangelhaft ist.
Das Beschaffen von Informationen wird die erste Aufgabe des Arbeitskreises sein. Wie sehen die Betriebs- und Lagepläne aus, wo erfolgten welche Einleitungen, wo sollen untertage Proben zur Untersuchung gezogen werden, welches Institut soll die Proben untersuchen? Der Diplom-Physiker Jochen Dünnwald, der im Arbeitskreis mitarbeitet, fragte, ob Proben überhaupt sinnvoll seien. Rund 7000 Kubikmeter Lauge aus der Asse seien in 1,6 Millionen Kubikmeter Aschau-Wasser eingeleitet worden, mit dem das Bergwerk verfüllt wird.
Höfers Bürgermeister Michael Bartels, der zu dem Treffen eingeladen hatte, appellierte an das Gremium, bei der Arbeit logisch vorzugehen, Fakten zu bewerten und bloße Vermutungen zu unterlassen. Er sieht Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit K + S, allerdings nur, wenn deren Vertreter nicht beschimpft werden, wie er deutlich formulierte.
Zu Sprechern bestimmte der Arbeitskreis Dirk Gloede-Wiegard und Wolfgang Vogt. Schon am kommenden Dienstag, 4. November, ab 19.30 Uhr soll bei einem weiteren Treffen bei Michael Bartels im ehemaligen Dorfgemeinschaftsraum in der Schulstraße 5 die inhaltliche Arbeit aufgenommen werden.


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Grenzwerte eingehalten

Eine Analyse der Rückstellproben von den auch in Mariaglück eingeleiteten Asse-Laugen durch die Firma Brenk Systemplanung ergab inzwischen, dass die zulässigen Grenzwerte weit unterschritten wurden. Ohne die Überprüfung nach den verschärften Anforderungen des Atomrechts werde aber künftig kein Liter Salzlauge mehr die Asse verlassen, sagte Staatssekretär Stefan Birkner vom Umweltministerium in Hannover.