Bürger wollen Mariaglück unter die Lupe nehmen
Einwohner bieten Unterstützung an

In der Bürgerversammlung am Montag in Höfer war der Vorschlag gemacht worden, jetzt soll er möglichst schnell umgesetzt werden: Einwohner sollen die Ziehung von Proben im Schacht Mariaglück überwachen und aktiv an der Diskussion um den Schacht beteiligt werden.

Von Joachim Gries

HÖFER. "Wir werden uns über das Thema Flutung noch mal unterhalten. Aus meiner Sicht ist es nicht rückgängig zu machen, aber ich bin Laie", sagt Höfers Bürgermeister Michael Gruse, nachdem in der Bürgerversammlung am Montag nicht nur über einlagerte Lauge aus dem Atommüll-Endlager Asse im Schacht sondern auch über grundsätzliche Dinge wie die Flutung von Mariaglück diskutiert worden war.

In der nächsten Sitzung des Rates der Gemeinde Höfer am 9. Oktober wird es erneut um Mariaglück gehen. Dann soll laut Cruse vereinbart werden, wie sich das Gremium mit Bürgerbeteiligung zusammensetzt, das die vereinbarte Probeentnahme im Schacht überwacht, aber auch von der Aufsichtsbehörde oder von K+S über alle Arbeiten und Vorgänge im Zusammenhang mit dem Schacht informiert wird. Vier Freiwillige hätten bereits ihre Mitarbeit angekündigt, sagte Gruse. Auch mit dem grundsätzlichen Thema Flutung sollten sie sich nach Gruses Vorstellungen beschäftigen und dazu auch Fachleute an den Tisch holen.

Höfers Bürgermeister ist gegen die erneute Anlieferung von Asse-Lauge. Die Diskussion am Montag habe verdeutlicht, dass die Tritium-Kontamination der Lauge vom Atommüll stamme. "Diese radioaktive Belastung möchten wir vermeiden." Bestehe die Aufsichtsbehörde mit Hinweis auf unterschrittene Grenzwerte auf der Einlagerung, müsse die Diskussion auf politischer Ebene geführt werden, sagte Gruse.

Dem Bürgermeister war von Ministerialdirigent Wolfgang Goldbach aus dem niedersächsischen Umweltministerium zugesagt worden, dass die im Schacht entnommenen Proben von einen von Höfer ausgewählten, akkreditierten Labor untersucht werden. Die Proben würden auch von anderen Labors untersucht und die Ergebnisse dann verglichen werden.

"Die Einzelheiten der Probenentnahme untertage müssen wir besprechen", sagte gestern Klaus Rumphorst, Leiter Inaktive Werke der K+S Aktiengesellschaft. Mit der mobilen Winde könne der Korb bis an den Wasserspiegel gefahren werden. Der Bereich, in dem die Laugen aus der Entsorgung eingebracht werden, sei nicht zugänglich. Er sei etwa 150 Meter vom Schacht entfernt.

Rumphorst hatte vergangene Woche Dienstag gemeinsam mit Lothar Lohff, Präsident des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie, und Ulrich Windhaus von der Bergbehörde den Schacht befahren und die Situation untertage erläutert.