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Höfer will wissen: Was ist im Schacht? / Bürgermeister Michael Cruse spricht von Imageverlust für seine Heimatgemeinde durch Laugentransporte

Erst soll das neue Gutachten vorliegen, dann werden Experten in einer Bürgerversammlung in Höfer berichten, was genau in der Lauge war, die von der Asse zum Schacht Mariaglück gebracht worden ist. In der Ratssitzung am Montag gab es Fragen und Vermutungen.

Von Joachim Gries

HÖFER. Es wird kein Geigerzähler gewesen sein, der am Dienstag vergangener Woche am Ortsausgang von Höfer Richtung Habighorst im Einsatz war. Doch als eine Einwohnerin am Abend die Meldungen über angeblich radioaktiv verseuchtes Asse-Wasser im Schacht Mariaglück hörte, da sei ihr der Mann mit Warnweste und Messgerät am Straßenrand wieder eingefallen. Da habe sie einen Geigerzähler vermutet, sagte die Einwohnerin am Montagabend in der Einwohnerfragestunde nach der Ratssitzung. "Wenn alles eine Luftblase war und an der Diskussion nichts dran ist, fordere ich eine ausführliche Berichterstattung", sagte sie.
105 Minuten hatten sich die knapp 40 Zuhörer gedulden müssen, bis sie zu Wort kamen. Vorher hatte bereits Bürgermeister Michel Gruse von der Unterredung am Freitag im Umweltministerium in Hannover berichtet und eine Bürgerversammlung für nächste oder übernächste Woche angekündigt. Erst müsse ein beim TÜV Nord in Auftrag gegebenes Gutachten vorliegen, damit Experten aus dem Ministerium und vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) sowie vom TÜV mit den neuesten Zahlen argumentieren könnten.
" Messungen auf Radioaktivität im Schacht Mariaglück machten nach Ansicht der Experten keinen Sinn, da die gut 8000 Kubikmeter Asse-Lauge in den insgesamt über 1,3 Millionen Kubikmetern Flüssigkeit nicht zu lokalisieren seien, so Cruse. Zugesagt worden sei ihm in Hannover, dass keine neue Lauge angefahren werde, solange die Verhältnisse in der Asse nicht geklärt seien.
"Messungen müssen am Einfüllpunkt von Mariaglück vorgenommen werden", sagte ein anderer Zuhörer. Er will gehört haben, dass die Fahrer der Spedition, die die Lauge transportierte, ständig ausgetauscht worden seien. "Die Leute, die was wissen, werden sagen", ist er skeptisch, spricht von ,einem Imageverlust für Höfer, der sich auch zum Beispiel auf den Verkauf von Baugrundstücken auswirken könne. Sollten die weiteren Untersuchungen zeigen, dass es eine radioaktive Belastung der Laugen gab, stelle sich die Frage, wie Höfer
damit umgehe. "Was in der Asse passiert, ist nicht unser Problem. Uns interessiert, was hier in Höfer passiert", sagt der Bürgermeister. "Wir müssen als Gemeinde darauf bestehen, dass künftig von jeder angelieferten Lauge in Höfer eine Rückstellprobe gezogen wird", sagt Wolfgang Vogt als ehemaliges Ratsmitglied.
Der "Geigerzähler" wird Vermutlich eine Sonde zum Aufspüren von Leitungen gewesen sein, denn in diesen Tagen werden genau dort Kabel zum neu errichteten Funkturm Richtung Habighorster Höhe verlegt.