zurück
Bürgermeister Cruse: Vor neuer Lauge erst Klarheit schaffen
Vertreter von Gemeinde Höfer, Samtgemeinde Eschede und Landkreis Celle sprechen heute im Umweltministerium in Hannover vor

HÖFER (jg). Heute Vormittag werden Höfers Bürgermeister Michael Gruse, Eschedes Samtgemeindebürgermeister Günter Berg und Dezernent Gerald Höhl vom Landkreis Gelle in Hannover mit Vertretern des Umweltministeriums zusammenkommen, um über die umstrittenen Laugentransporte vom Atommüllendlager Asse zum Schacht Mariaglück in Höfer zu sprechen. "Wir werden auf Messungen im Schacht dringen", sagte Cruse. Auch wolle er wissen, ob es von den Transporten Rückstellproben im Bergwerk Asse gibt, die von unabhängigen Experten auf Radioaktivität untersucht werden könnten.
Cruse will in Höfer so schnell wie möglich eine Bürgerversammlung durchführen und hierbei auch Vertreter des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie am Tisch haben, das die Laugentransporte genehmigte. Ein Vertreter der K+S Aktiengesellschaft, die derzeit den Schacht in Höfer flutet, hat seine Teilnahme bereits zugesagt.
Neue Laugentransporte nach Höfer, wie sie der Betreiber des Atommüllendlagers Asse am Mittwoch gefordert hatte, müssten unterbleiben, bis letzte Unklarheiten beseitigt seien, sagte Cruse. Zurzeit werde im Umweltministerium mit Hochdruck geprüft, ob die Transporte wieder aufgenommen werden könnten, sagte hingegen Sprecherin Jutta Kremer-Heye. "Laugen werden immer wieder als Versatz eingebaut", sagte die Sprecherin. Das sei ein völlig übliches Verfahren. Sollten Messungen der Radioaktivität im Schacht Mariaglück gewünscht werden, werde sich das Ministerium dem Wunsch nicht verschließen. ?Es gibt nichts zu vertuschen", sagte Kremer-Heye.
Birkner hat sich unterdessen mit einem Schreiben an Celles Landrat Klaus Wiswe gewandt und klargestellt, dass der Transport der Lösungen aus der Asse nach Höfer durch bergrechtliche Sonderbetriebspläne zugelassen ist. Messungen zeigten, dass die Aktivitätskonzentrationen stets unterhalb einem Zehntel der Freigabewerte der Strahlenschutzverordnung lägen.
"Es gibt also keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass Salzlösung aus der Asse mit Radionukliden oberhalb zulässiger Freigabewerte an Werke der K+S abgegeben worden ist und das von den Laugen irgendeine Gefahr ausgeht. Die Äußerungen von Bundesminister Gabriel sind daher in jeder Hinsicht und mit aller Deutlichkeit zurückzuweisen", heißt .es in dem Schreiben.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hatte am Dienstag am Rande einer umweltpolitischen Sommertour in Niederbayern von nuklear verseuchtem Wasser gesprochen, das seit Jahren in Höfer eingelagert werde. Diese Äußerungen hätten aus nachvollziehbaren Gründen zu einer erheblichen Verunsicherung vor Ort geführt, räumt Birkner ein.