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Asse-II: Radioaktive Lauge erhitzt Gemüter - Berg: Wir fordern Informationen

Alles halb so wild, alles genehmigt und alle Grenzwerte eingehalten? Oder doch eine große Sauerei mit radioaktiv belasteter Lauge, die vom Atommüll-Endlager Asse bei Wolfenbüttel nach Höfer gekarrt wurde, um sie im Bergwerk Mariaglück, das seit 2005 geflutet wird, verschwinden zu lassen? Tatsache ist, dass vor Ort niemand informiert war und deshalb nach Bekanntwerden der Tatsache jede Menge Fragen auftauchten.

Radioaktiv belastete Salzlauge aus dem Atommüll-Endlager Asse im ehemaligen Salzbergwerk Mariaglück in Höfer, diese Äußerung von Bunesumweltminister Sigmar Gabriel schreckte gestern die Verantwortlichen in der Region auf. Welche Folgen das für Höfer und Umgebung haben kann, war nicht abzusehen.

"Die Leute haben Angst, sie wollen informiert werden", sagte Eschedes Samtgemeindebürgermeister Günter Berg mit Blick auf die Einwohner in einer ersten Stellungnahme. Er hatte zuvor mit Höfers Bürgermeister Michael Cruse (SPD) über die vorliegenden Informationen und über die weitere Vorgehensweise gesprochen. Danach soll heute Kontakt zum Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Hannover aufgenommen werden, um die Fakten zu erfahren. "Wir haben viele Fragen, die wir beantwortet wissen wollen", sagte ein verärgerter Berg. Dass die betroffene Kommune und die Menschen nicht informiert worden seien, sei nicht in Ordnung.

"Wir wussten davon nichts", sagte gestern in einer ersten Reaktion Kreisdezernent Gerald Höhl. Er sei irritiert und überrascht. Der Landkreis sei nicht Genehmigungsbehörde, sagte Höhl. Das sei das Bergamt, das heutige Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie. "Für uns ist das eine ganz neue Situation", stellte Höhl fest. Er hoffe, dass die Meldung aus den Medien nicht stimme. "Ich würde erwarten, dass die Informationen auf dem normalen Dienstweg zu uns kommen", sagte Höhl. Auf inoffiziellem Weg sei zum Kreis gedrungen, dass bei Mariaglück Haldenwässer aus Hannover eingelagert worden seien.

Der SPD-Landtagsabgeordneten Rolf Meyer aus Langlingen sagte zu der Tatsache, dass jetzt in der Diskussion um das Atommüll-Endlager Asse auch der Schacht Mariaglück Höfer genannt wird: "Ich finde, es ist eine Sauerei, dass jede Pommesbude besser kontrolliert wird als die Endlagerung von Atommüll." Für Meyer hat die Aufsicht des niedersächsischen Umweltministeriums und des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie gegenüber dem Helmholtzzentrum in München nicht funktioniert.

Der Beschluss zum Fluten und damit zur endgültigen Stilllegung des Bergwerks hatte in Höfer alle Spekulationen beendet, dass es bei Mariaglück zur Einlagerung von giftigem Sondermüll oder gar strahlendem Atommüll kommen könnte. Deshalb überraschte die Meldung die Menschen gestern umso mehr. Dass es sich bei der in der angelieferten Lauge vorhandenen Radioaktivität um natürlich Strahlung handele, stellten Umweltministerium sowie Kali+Salz am Abend klar.